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  • Elisabeth Marquart

Jahresrückblick 2022

„Zeitenwende“ ist das Wort des Jahres und bezieht sich auf die Bundeskanzlerrede kurz nach dem Angriff auf die Ukraine. Eine Wende in der Sicherheitspolitik, eine milliardenschwere Aufrüstung der Bundeswehr sei nötig, sagt man. Unsere Partnerinnen und Partner in Afrika schlagen sich täglich mit konkreten Weltereignissen herum, die für sie längst Realität sind und uns noch bevorstehen könnten: dem veränderten Klima, dem Hunger, der Arbeitslosigkeit trotz guter Schulbildung, dem Verlangen nach demokratischer Gleichheit und Frieden. Dank des Internets erreichen uns ihre Botschaften fast täglich und aktuell, wir anworten und beraten mit ihnen, was wir gemeinsam tun können. Daran möchte ich Sie teilhaben lassen – und wenn Sie mehr wissen möchten, klicken Sie bitte die neuesten Nachrichten auf unserer website unter „Interessantes“ an.


Kidukuru in Uganda erhielt 1400,- : Mühsam ist der Kindergarten wieder eröffnet worden. Lehrer und Eltern, die wegen Corona entlassen wurden, sind abgewandert und mussten neu aufgesucht werden. Täglich werden die Kinder von 8 bis 12 Uhr unterrichtet. Es gibt immer wieder kehrende Angebote und „Stunden“ wie Morgenkreis, Zahlen, Musik, Lesen, Handarbeit, Geschichten erzählen. Kinder, die nicht in einer staatlichen oder private Vorschule waren, können in Uganda nicht mit der Grundschule beginnen. Deshalb unterstützt „Kranich“ mindestens 10% der angemeldeten Kinder mit Schulgeld, damit Bedürftige und Waisen einen Platz bekommen können.


Die Neugründung in Kidukuru „Ryans Farm“ bekam 700,- : Brian, ehemaliges gefördertetes Waisenkind aus Kidukuru, hat sich während der Corona-Zeit gemeldet, um ein Stück Land bebauen zu dürfen. Jetzt hat Brian ein beeindruckendes Projekt auf die Beine gestellt: in seinem Kräuter- und Gemüsegarten wurde gesät, geerntet und Gemüse für sich und zum Verkauf angebaut und Kurse durchgeführt, um dem Hunger vorzubeugen. Seine Devise: effektiver, biologischer Anbau für jeden Hausgarten! Über eine katholische Hilfsorganisation hat er schon über Uganda hinaus Beachtung gefunden: im Oktober kamen junge Freiwillige aus Belgien zu ihm, um sein Projekt kennenzulernen und mitzuhelfen (Fotos auf der website). Die Ein Zehntel Stiftung unterstützt uns hierbei.


Kyakatwire erhielt 150,- für Schulgeld an die Waisen: Kyakatwire, ein Dorf im Westen Ugandas, unterstützt AIDS-Waisen mit Schulgeld und AIDS-Patienten mit Fahrgeld zur Gesundheitsstation. Da die Berichte sehr spärlich sind und keine weiteren Projekte mehr angegeben werden, gehen wir vom Ende der Subventionen aus.


Kitojo in Westuganda erhielt 1500,- : Die ehemalige Gesundheitsstation von Kitojo ist von Rev. Ezra Musobozi zu einem ländlichen Krankenhaus ausgebaut worden. Vor allem hat die private NGO „Ruwenzori Friends“ aus USA mit ihren Spenden den Aufbau und die Finanzierung getätigt. Die Kieler Stiftung „Kind ohne Eltern“ half uns mit einer einmaligen hohen Zuwendung. Im Oktober berief Rev. Ezra eine Telefonkonferenz ein, wozu auch wir zugeschaltet wurden. Mitglieder und Experten der Regierung und des Gesundheitswesens aus Uganda und USA waren zugeschaltet. Es ging um das erhebliche Kostenproblem für das KIDA-Krankenhaus. Die gute Arbeit der Klinik wurde von allen Rednern hervorgehoben sowie die erfolgreiche Einführung einer Krankenversicherung für die lokale Bevölkerung. Ich erfuhr später, dass Spenden und Zusagen für weitere Unterstützung zugesagt worden sind. Parallel führt Marjorie, die Frau von Pfarrer Musobozi, Kurse für die Fortbildung der am stärksten betroffenen Dorfbewohner durch Corona (meist Frauen und Jugendliche) fort. Auf ihren Workshops stellen sie Brötchen, Gebäck, Saft, Flechtwaren und Stickereien her, um sich mit eigenem Einkommen eine Basis zu schaffen.


SMAK, die Single Mothers in Nairobi, Kenia, erhielten 2100,- : Angelina lebt mitten im sozialen Brennpunkt von Nairobi in einem der größten Slums. Zu ihrem Center kommen Straßenkinder, Straßenfamilien und jeder Mensch, der nicht mehr weiter weiß. Ein Gebäude, dass „Kranich“ vor 30 Jahren mit Zuschüssen des Sozialministeriums mit aufgebaut hat, wurde jüngst von Kriminellen demoliert und ausgeraubt. Schlafplätze für Obdachlose waren plötzlich weg. Die tägliche Suppenküche findet jetzt im Freien statt. Stattdessen beginnt Angi in ihrem Heimatdorf, weit weg in Kakamega, Westkenia, eine kleine Landkommune aufzubauen, wo Straßenkinder auf dem Feld mitarbeiten und „resozialisiert“ werden. Man begann mit eigenem Gemüseanbau, etlichen Hühnern und Kompost, wahres Neuland für die Kinder! Für manche fand Angelina die Ursprungsfamilien wieder, zu denen die mittlerweile Heranwachsenden zurückkehren konnten. Auch hierzu Fotos und Videos auf der website, wir sammeln Extra-Geld für ein neues Haus, Kosten ca. 5000,- Euro.


Kony Ngimani, die Selbsthilfegruppe am Viktoria See, Kenia erhielt 900,- : David, der Leiter der Gruppe, selbst vor 20 Jahren erkrankt an AIDS, ist durch Therapien gesundheitlich stabil. Er betreibt Ackerbau zur Selbstversorgung und zum Verkauf. In diesem Jahr wurden seine Berichte immer unpersönlicher, er übermittelte sogar Fotos von Bohnenfeldern, die nicht auf Rusinga gewachsen sein konnten. Er verlangt aber immer mehr. Das sollten wir prüfen, bevor er wieder Geld bekommt….


Onyalo Biro Women Group aus Kendu Bay, Kenia, erhielt 1300,- : Tamima und ihre Gruppe mit Großmüttern, die hinterbliebene Waisen ihrer Kinder durchbringen mussten, betreuen vor allem die jetzt halbwüchsigen Mädchen mit Schulgeld und -heften, denn sie sind häufig durch Armut bedroht. Sie leben in der muslimischen Community und sind chancenlos ohne Unterstützung. Nun sind aber etliche auch schon erfolgreich in der weiteren Ausbildung, darauf sind alle stolz.


Kibisom, die Frauengruppe auch auf Rusinga Island, Kenia erhielt 1200,- : Ähnlich wie die Gruppe von Onyalo kommen inzwischen hauptsächlich Kinder und Jugendliche aus dem ärmsten Milieu täglich in die Räume des alten Kindergartens. Sie finden hier Ruhe für ihre Schulaufgaben, Bücher und Lernmaterial und Hilfe durch ältere Schüler. Die Gruppen organisieren sich weitgehend selbst, beaufsichtigt von einem Hausmeister-Ehepaar, ehemals selbst Schüler hier.


Springs of Hope, der Waldorf-Kindergarten in Kenia erhielt 1350,- : Corona hat zu einem Rückschlag der Arbeit in den letzten 2 Jahren geführt: keine sicheren Schulgeldeinnahmen, keine Lehrer mehr, wenige Kinder, ein unfertiger Neubau. Dennoch hat Nancy, die selbst schwer erkrankt war, nie ihren Mut verloren: mit Hilfe von Felix und Freunden aus Dresden hat sie begonnen, auch einen Selbstversorger-Garten anzulegen und neue Kinder aufzunehmen. Ihr Berater ist Brian aus Uganda, das „Netzwerk Kranich in Afrika“ ist für uns eine großer Erfolg!


Upendo, der zweite Waldorf Kindergarten in Kenia erhielt 1000,- : Florence tut sich immer noch sehr schwer, ihre armen Eltern zu aktivieren. Es ist unklar, wie lange das so noch geht……

Wir haben wieder Schmuck, Körbe und Recycling-Karten verkauft, Erlös 800,- Euro, es gibt mehr bei uns.


„Allah ist groß, aber binde dein Kamel an“ - riet uns Mama Fatuma aus Kendu Bay, Gründerin von Onyalo Biro, gestorben 2014 mit 75 Jahren


Mit herzlichen Grüßen und vielem Dank an alle Spenderinnen und Spender verbleiben wir als

Ihre Elisabeth Marquart mit Familie


Spendenkonto: Kranich – AIDS Afrika e.V., IBAN: DE09 6009 0100 0018 5180 01, BIC:VOBADESS Und vergessen Sie bitte nicht, Ihre Adresse für die Spendenquittung anzugeben

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